Hasselblad 500 – A16 Magazin kaufen-testen-Maske basteln

Wer sich ein weiteres Magazin für seine Hasselblad 500 zulegen möchte, sucht dieses wohl als erstes in der Bucht. Die dort aufgerufenen Preise bewegen sich tatsächlich zwischen 80 und 250 Euro. Wer die Angebote über einen längeren Zeitraum verfolgt, bekommt ein realistisches Gefühl für die Marktpreise. Ich habe ein A16 Magazin ersteigert und beschreibe worauf ich dabei geachtet habe, um einen für mich guten Kauf zu tätigen und wie ich das Problem mit der Maske gelöst habe.

Das Standardmagazin der Hasselblad 500 Serie ist das A12 Magazin mit dem klassischen 6×6 Format. Das 6×4,5 Format, welches auch meine Mamiya M645 hat, spricht mich irgendwie mehr an.  Wer das Format umstellen möchte, benötigt ein A16 Magazin. Wie die Bezeichnungen der Magazine vermuten lassen, stehen beim A12 Magazin 12 und beim A16 Magazin 16 Aufnahmen, bei einem 120er Rollfilm, zur Verfügung.

Das richtige Magazin auswählen

Meine Kriterien zur Auswahl des Magazins sind folgende: Die Seriennummern des Gehäuses und des Filmhalters müssen gleich sein. So ist gewährleistet, dass man kein zusammengewürfeltes Magazin bekommt. Die Mechanik, also der Filmtransport, das Zählwerk und der Filmindikator muss funktionieren. Als letztes sollte natürlich auch die Optik ansprechend sein. Nein, die Lichtdichtung für den Schieber habe ich nicht vergessen. Egal was im Artikeltext angegeben ist, sollte ein Erneuern der Dichtung in Betracht gezogen werden. Nichts ist ärgerlicher, als beim belichteten Film festzustellen, dass die Dichtung ihren Namen nicht gerecht geworden ist.

Die Seriennummern und Optik können anhand der zum Angebot eingestellten Fotos beurteilt werden. Bei der Funktionalität der Mechanik helfen Fotos jedoch nicht wirklich. Zwei Möglichkeiten stehen einem nun zur Verfügung. Entweder den Angaben des Verkäufers, dass alles in Ordnung ist, vertrauen oder ein Magazin mit Rückgaberecht shoppen.  Ich habe mich für die Variante mit Rückgaberecht entschieden. Auch wenn dieses ein wenig teurer ist.

Das Magazin prüfen

Das Rückgaberecht ist eine feine Sache. Ist der optische Zustand des  Magazin wirklich so wie auf den Fotos? Stimmen die Seriennummern? Ist die Beurteilung der Optik noch subjektiv, gibt es bei nicht gleichen Seriennummern keine Diskussion. Zurückschicken. Um die Mechanik vom Filmtransport und Zählwerk zu testen, kann man einen Film einlegen und schnell 16 Aufnahmen machen. Eine andere Möglichkeit – die ich auf der Seite von Stefan Heymann gelesen habe – den korrekten Filmtransport sofort zu prüfen, möchte ich hier näher beschreiben.

Man nehme den Papierträger von einem bereits entwickelten Film und spult diesen seitenverkehrt auf eine leere Filmspule. Nun wird die Spule mit dem Papierträger in den Filmhalter geladen, als wäre er ein ganz normaler Film und in das Magazingehäuse geschoben. Das Zählwerk sollte beim Herausnehmen  des Filmhalters auf „0“ zurück springen. Erster Test bestanden. Sofern noch nicht geschehen, nun das Magazin an die Kamera ansetzen, den Schieber entfernen und mit der Transportkurbel den Film so lange vorspulen bis es stoppt. Für diesen automatischen Stop steht übrigens das „A“ in der Bezeichnung des Magazins.

Theoretisch wäre die Kamera jetzt bereit für die erste Aufnahme. Bevor der Auslöser betätigt wird, muss das Magazin wieder abgenommen werden. Schieber rein, Magazin abnehmen und Schieber wieder entfernen. Nun sehen wir das Papier vor uns, was im richtigen Leben ja eigentlich das erste Foto des Negativs wäre und zeichnen mit einem Stift alle vier Ecken an und schreiben in die Mitte eine „1“. Jetzt Schieber wieder rein, Magazin ansetzen, Schieber raus und Kamera auslösen. Das erste theoretische Foto ist nun im Kasten.

Jetzt wird die Kamera für das nächste Foto gespannt, so das der Filmtransport das nächste Foto zur Belichtung vorspult. Nun wiederholt sich der Vorgang immer wieder. Schieber rein, Magazin abnehmen, Schieber raus, die Ecken markieren, eine „2“ in die Mitte schreiben, Schieber rein, Magazin an die Kamera ansetzen, Schieber raus und Kamera auslösen. Das ganze machen wir zum Beispiel beim A16 Magazin logischerweise 16 mal, für 16 Aufnahmen und beobachten dabei auch immer das Zählwerk auf korrekte Anzeige. Sind alle 16 Aufnahmen mit dem Testfilm gemacht, sieht man anhand des Filmstreifens, ob der Transport einwandfrei funktioniert hat und es nicht zu Doppelbelichtungen kommt.

In meinem Fall ist das Ergebnis gut ausgefallen. Der Filmtransport und das Zählwerk machen einen guten Job. Die Seriennummern passten und die Optik, für ein Magazin aus den 70er Jahren, war super. Bleibt nur noch die Sache mit der Lichtdichtung. Die Dichtung ist ein Verschleißteil und das Ersetzen kein großer Aufwand. Wie ich die Dichtung Tasche und woher man diese bekommt habe ich in meinem Blogbeitrag „Manchmal muss es eine Hasselblad 500CM sein“ beschrieben. Ich habe das A16 Magazin geöffnet, mir die Dichtung angeschaut und beschlossen, diese gleich zu ersetzen. Somit ist mein neu erworbenes A16 Magazin fertig für den ersten Einsatz. Bleibt nur noch eine Sache, die mit dem Sucher, der ja eine 6×6 Vorschau liefert.

Die Maske für das A16 Magazin

Beim Neuerwerb des A16 Magazins ist im Lieferumfang eine Maske mit der Artikelnummer 42145 dabei, um im 6×6 Sucher das Sichtfeld für den Beschnitt auf das 6×4,5 Format sehen zu können. Ich habe kein Angebot gesehen, wo diese Maske dabei gewesen wäre. Also muss eine DIY Lösung her.

Die Aufgabenstellung ist einfach. Ich brauche eine Maske, die mir den oberen und untern Beschnitt im Sucher anzeigt. Der erste Gedanke ging in die Richtung, mit einem dünnen Marker, oben und unten je einen Strich zu ziehen. Das würde das Sichtfeld für das 6X6 Format nicht stören aber destruktiv. Wer malt gern auf der Mattscheibe rum.

DIY Maske A16 Magazin
DIY Maske A16 Magazin

Mir kam schnell die Idee eine durchsichtige Einlage, die auf die Mattscheibe zu legen. Nachteil: Das Sucherbild ist nicht mehr so scharf und es gibt keine richtige Fixierung. Es musste etwas her, was ich eingebaut lassen könnte, auch wenn ich das A12 Magazin benutzen würde. So ergab sich die Idee, die Folie so groß zu schneiden, dass sie den gesamten Einschubbereich vom Lichtschacht abdeckt. Die Folie ist so dünn, dass der Lichtschacht problemlos  eingeschoben werden kann. Jetzt ein bisschen messen und zeichnen und schon war das Layout für die Maske fertig.

A16 Maske im Lichtschacht
A16 Maske im Lichtschacht

Im Maßstab 1:1 ausgedruckt habe ich die Linien auf eine PVC Klarsichtfolie übertragen. Auf eine richtige Overheadfolie kann der Druck direkt erfolgen. Jetzt außen passend zuschneiden und den mittleren Teil herausschneiden. Nun wird die Maske in die Aufnahme des Lichtschachts gelegt und der Lichtschacht selbst wie gewohnt eingeschoben.

Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen und das wichtigste – es funktioniert. Je nachdem, wie die Magazine verwendet werden, kann die Maske auch bei Verwendung des A12 Magazins im Lichtschacht gelassen werden, ohne das diese stört. Wer meine Lösung gut findet, der darf sich gern das Layout als PDF herunter laden und sich eine Maske basteln.

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