Fotografieren im Tierpark Hagenbeck

Tiere zu fotografieren ist eine spannende Sache. Anders als in der Portraitfotografie können weder Anweisungen zum Posing geben werden, noch hat man irgendeinen Einfuss auf die Lichtsetzung. So muss mit den Gegebenheiten vor Ort gelebt werden und es erfordert vor allem eines – Geduld. Für eine kleine Fotosafarie in Hamburg bietet sich unter anderem der Tierpark Hagenbeck an. Mit seinen mehr als 1800 Tieren, auf der rund 19 Hektar großen Parkanlage, sollte für jeden Fotografen etwas dabei sein. Folgt mir auf meinem kleinen Rundgang beim Fotografieren im Tierpark Hagenbeck.

Asiatische Elefanten

Asiatische Elefanten im Tierpark Hagenbeck
Asiatische Elefanten | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Der Asiatische Elefant hat, wie der Name schon sagt, seinen ursprünglichen Lebensraum in Asien. Das nach dem Afrikanischen Elefanten zweit größte Landtier der Welt, steht seit 1986 auf der Liste gefährdeter Arten und gilt als stark gefährdet. Nach Schätzungen des WWF, wurde der Bestand, in freier Wildbahn lebenden Asiatischen Elefanten, vor 60 Jahren noch mit ca. 160.000 angegeben. Heute geht man von nur noch ca. 25.000 bis 30.000 frei lebenden Tieren aus.

Das Elefanten Gehege befindet sich ziemlich am Anfang der gut ausgeschilderten Tour durch den Tierpark. Aus fotografischer Sicht steht die Sonne noch tief und so musste ich gegen das Licht fotografieren. Das Phänomen, dass die Sonne immer an der falschen Stelle steht, begegnete mir im Laufe des Tages noch öfter. Will man dem Entgehen, wäre es gut zu wissen, wie der Sonnenstand am jeweiligen Gehege ist. Dazu sollte man den Tierpark jedoch gut kennen und die Tour entsprechend planen. Ich war zumindest schon mal froh, mein Weitwinkel auf der Kamera zu haben, denn die Elefanten stehen recht nah und beeindrucken mit ihrer Größe. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Es waren auch die letzten Aufnahmen mit dem Weitwinkel.

Der Mantelpavian

Mantelpavian im Tierpark Hagenbeck
Mantelpavian | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Angekommen beim Pavian-Felsen konnte ich das Weitwinkel gleich einpacken und gegen das Teleobjektiv tauschen. Das 70-200 sollte für den Rest des Tages die beste Wahl sein.  Auf dem Felsen ist viel Bewegung und es ist gar nicht so leicht, sich zu entscheiden, wo der Blick hingeht. Hat man sich gerade auf den einen Pavian eingestellt, sieht man in den Augenwinkeln wie ein anderer einen Salto macht. Ich hatte das Glück zu sehen, wie einem eine Banane zugeworfen wurde und behielt ihn mit der Kamera im Auge.

Mantelpavian im Tierpark Hagenbeck
Mantelpavian | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Laut IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) gilt der Mantelpavian als gering gefährdet. Zwar wird durch die Umwandlung ihres natürlichen Lebensraums, in Acker- und Weideland, ihr Verbreitungsgebiet immer kleiner, jedoch hat der Mensch auch dafür gesorgt, dass die natürlichen Fressfeinde, wie Leoparden und Löwen, in ihren Lebensräumen so gut wie ausgestorben sind. Auffällig ist das bei einigen Tieren stark gerötete Hinterteil. Im erstem Moment denkt man, aua!, das kommt vom vielen Sitzen. Dem ist natürlich nicht so. Es sind die Pavian Damen, die mit ihrer stark rot geschwollenen perinealen Region den männlichen Tieren ihre Paarungsbereitschaft signalisieren. Wieder was gelernt.

Der Eisbär

Eisbär im Tierpark Hagenbeck
Eisbär | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Die längste Zeit habe ich bei den Eisbären verbracht. Ich glaub er hat mir absichtlich die Zunge rausgestreckt und dachte nicht daran ein bisschen zu Posen. Muss er auch nicht. Nach dem Kodiakbär ist der Eisbär das zweit größte auf der Erde lebende Landraubtier und hat somit klar das Sagen.  Sein Lateinischer Name „Ursus maritimus“ verleiht dem nochmal Nachdruck. Leider gehört der Polarbär, wie der Eisbär auch genannt wird, ebenfalls zu den gefährdeten Arten. Zur Zeit, so schätzt die IUCN beträgt die Population weltweit etwa 20.000 bis 25.000 Tiere. Die Zukunft des Eisbären wird sehr stark von der Geschwindigkeit des  Klimawandels abhängen und könnte bis Mitte des Jahrhunderts um die Hälfte zurückgehen.

Eisbär im Tierpark Hagenbeck
Eisbär | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Zwischenzeitlich hatte sich der zweite Eisbär gezeigt. Er schaute hinten immer wieder um die Ecke und ich dachte mir, irgendwann wird er ins Wasser springen. Jedes Mal, wenn er sich wieder zeigte, nahm ich die Kamera hoch um den Moment einzufangen. Aber der Bär dachte nicht daran ins Wasser zu springen. Geschlagene 40 Minuten ging der Bär hin und her und ich hatte mittlerweile einen lahmen Arm vom ewigen Kamera hoch und runter. Ich wollte schon aufgeben, da tat der Eisbär mir doch den gefallen und bemühte sich behäbig ins Wasser. Die Wartezeit hatte sich doch gelohnt.

Eisbär im Tierpark Hagenbeck
Eisbär | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Der Sibirische Tiger

Sibirische Tiger im Tierpark Hagenbeck
Sibirische Tiger | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Auch der Sibirische Tiger ist eine Superlative. Der Tiger ist die größte auf der Erde noch lebende Raubkatze. Der Bestand wird auf unter 500 geschätzt. In den 1930er Jahren waren es gerade mal ca. 50. Heute ist der Bestand hauptsächlich durch Wilderei bedroht. Für Tigerknochen und Felle werden in vielen asiatischen Länder horrende Preise gezahlt. Hinzu kommt die voranschreitende Einengung des natürlichen Lebensraumes. Somit wird auch der Sibirische Tiger auf der Liste der IUCN  als stark gefährdet geführt.

Sibirische Tiger im Tierpark Hagenbeck
Sibirische Tiger | Foto: FarblosFoto – mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck

Für die Aufnahmen am Tiger-Gehege habe ich ebenfalls etwas Geduld mitbringen müssen. Die Katze dachte gar nicht daran, sich von ihrem schattigen Platz weg zu bewegen. Ich wollte schon weiterziehen, als der Tiger ganz gemächlich aufstand und durch sein Gehege streifte, um doch noch ein bisschen zu Posen.

Mittlerweile war es auch schon später Nachmittag, so dass ich meine Tour durch den Tierpark Hagenbeck allmählich beendete. Ich werde den Tierpark sicher noch einmal besuchen und mich rein aufs Fotografieren konzentrieren. Dann auch besser mit APSC anstatt Vollformat. Jeder Millimeter Brennweite zählt.

Noch ein Wort zu den hier veröffentlichten Fotos. Generell darf man im Tierpark Hagenbeck fotografieren. Unter Punkt 8 der Tierpark Ordnung heißt es: „Ton-, Film-, Foto- und Videoaufnahmen jeder Art dürfen nur zu privaten (Souvenir-)Zwecken erfolgen. Jegliche sonstige Verwertung für gewerbliche, kommerzielle und nicht-kommerzielle Zwecke – auch auf privaten Homepages – bedarf unserer vorherigen schriftlichen Genehmigung. Die Veröffentlichung von Aufnahmen ohne Genehmigung ist verboten. Im Tropen-Aquarium und im Eismeer sowie in allen Tierhäusern und Stallungen ist das Fotografieren nur ohne Blitz erlaubt.“

Mir liegt die schriftliche Freigabe für die hier veröffentlichten Foto durch Hagenbeck vor. Darum tragen alle Fotos den Zusatz „mit freundlicher Genehmigung von Hagenbeck“. Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal für die Freigabe bedanken.

Quellen meiner Informationen: Tierpark Hagenbeck, Wikipedia, WWF, IUCN

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