Mit der Canon EOS 5 in Büsum

Alle sagen, ich solle mir eine Canon EOS 5 kaufen. Das habe ich jetzt getan. Es ist eine Canon EOS 5-QD geworden zwar mit D aber ohne diesen Mark II bis IV. Die Kamera war auch gar nicht so teuer, wie alle sagen. 🙂

Die Canon EOS 5 / A2E

Die analoge Canon EOS 5 ist eine 35mm Film SLR Kamera. Bei ihrer Vorstellung auf der Photokina 1992 war die Kamera die erste EOS, die fünf Autofokus-Sensoren zur Scharfstellung verwendete, die per Augenbewegung gesteuert werden konnten. Obwohl schon im Jahr 1998 die EOS 3 als Nachfolger auf den Markt kam, hielten sich die Verkaufszahlen der EOS 5 bis zum Produktionsende im Jahr 2000 stabil. Der Verkaufspreis für den Body mit Vertikalgriff lag, nach meinen Recherchen, wohl bei ca. 1500 DM. Insgesamt gibt es von der EOS 5 drei Bezeichnungen: EOS 5 für den europäischen, EOS 5 QD für den japanischen und EOS A2 und A2E für nordamerikanischen Markt. Das QD steht für Quarz Date und ermöglicht über eine Datenrückwand das Einbelichten eines Datums in den Film. Bei der A2 konnten die Autofokuspunkte nur manuell und nicht mit den Augen gewählt werden.

Ein Vorteil dieser analogen EOS ist natürlich das EF Bajonett. Das EF Bajonett ersetzt das 1971 mit der Canon F-1 eingeführte FD Bajonett, welches auch in den bekannten A-Modellen verbaut wurde. 1987 wurde das Electro-Focus Bajonett in den Markt eingeführt und ist noch heute bei Canon DSLRs das aktuelle Bajonett.

Canon EOS 5 mit EF 70-200mm f/4L IS II USM
Canon EOS 5 mit EF 70-200mm f/4L IS II USM

Meine EOS 5 verfügt noch über einen – wie man heute sagen würde – Batteriegriff. Wobei der VG-10 nicht wirklich ein Batteriegriff ist, denn er beinhaltet keine Batterien. Im Grunde genommen ist der Griff nur eine Erweiterung der Kamera, um Auslöser, AE-Sperre, Fokuspunkte und das Steuerrad für Belichtungseinstellung im Hochformat komfortabel bedienen zu können. Irgendwie hat man schon immer irgendwas unter seine Canon geschraubt. Bei der F- und A-1 war es der Motordrive mit Batteriepack und heute ist es, gerade in Bezug auf die Generation der spiegellosen Kameras, ein Akkupack.

Analog und Digital

Wie immer stand vor der Abreise die leidige Frage, was nehme ich mit. Gesetzt war natürlich was Digitales und da die EOS 5 auf jeden Fall mit sollte, entschied ich mich für meine Canon 6D und die drei immer dabei f/4 Objektive 16-35, 24-70 und 70-200. Da die Objektive bekanntlich auch auf die EOS 5 passen, war mein erster Gedanke, nur den Body mitzunehmen. Nach einigem Hin und Her hab ich mir aber doch überlegt, das EF 50mm f/1.8 STM auf die Analoge zu drehen. Ich wollte einfach nicht immer Objektive wechseln.

Canon EOS 5 QD mit Vertical Grip VG10 und 50mm f/1.8 STM
Canon EOS 5 QD mit Vertical Grip VG10, 50mm f/1.8 STM

Als Film durften je ein ILFORD FP4, ein Delta 100 und ein HP5 mit. Von meinen Ausflügen mit den Mittelformat-Kameras weiß ich, dass es gar nicht einfach ist den Film voll zu bekommen. Analog fotografiert man irgendwie bewusster oder einfach nur anders, weil man denkt, dass jede Aufnahme etwas Besonderes sein muss. Somit sind 3 Kleinbildfilme mit ihren je 36 Aufnahmen eher sportlich anzusehen. Ich wäre froh, wenn ich auch nur einen voll bekommen würde. Nichts ist schlimmer, als den halb belichteten Film wochenlang in der Kamera zu lassen oder gar nur halb belichtet herauszuholen und zu entwickeln.

Mit der Canon EOS 5 in Büsum

Wir hatten ein verlängertes Wochenende und so waren wir am frühen Freitagmorgen schon in Büsum. Ganz toll war, dass wir unsere Unterkunft für die drei Tage gleich beziehen konnten. Ich finde es schöner die Unterkunft gleich in Beschlag zu nehmen, als die Klamotten noch bis in den Nachmittag im Auto zu lassen. So konnten wir unsere erste Tour durch Büsum im Urlaubsmodus starten.

Der Himmel zeigte sich am Morgen bedeckt und alles wirkte grau in grau. Passend für einen schwarzweiß Film, der von Kontrasten lebt. Ich entschied mich für den ILFORD FP4 Plus mit seinen ISO 125. Der erste Weg führt uns immer direkt ans Meer. Von dort nahmen wir den Weg über die Promenade entlang zur Schleuse, an deren Einfahrt sich die beiden Molenfeuer befinden. Nun war es an der Zeit, die ersten Aufnahmen mit der EOS 5 zu machen.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Die ersten 3 Fotos mit der EOS 5 und dem  EF 50mm f/1.8 STM
Die ersten 3 Fotos mit der EOS 5 und dem EF 50mm f/1.8 STM

Wie auch immer. Die holzgeschnitzten Banksitzer mussten für die ersten Fotos herhalten. Schon nach dem ersten Foto musste ich über mich schmunzeln. Blickte ich nach dem Klick sofort auf die nichts sagende Rückwand der Kamera. Die Macht der Gewohnheit sollte mich den ganzen Film verfolgen und mir jedes Mal ein Schmunzeln entlocken. 🙂

Angekommen bei der Westmole oder wie es richtig heißt am „Molenfeuer Ost“, fällt der Blick auch sofort auf die an jeder freien Stelle aufgehängten „Liebesschlösser“. Die Dinger hängen wirklich überall. Um die Schlösser in Szene zu setzen, wechselte ich bei der EOS 5 das Objektiv. Auf meiner 6D hatte ich das 24-70 f/4, welches einen Macro-Modus besitzt. Perfekt für Nahaufnahmen. Zuerst fotografierte ich die beiden Molenfeuer mit den 24mm, bevor ich mich mit dem Macro-Modus an die Liebesschlösser machte.

Bloß nicht zu viele Fotos von den Schlössern machen – Du hast nur 36 Aufnahmen zur Verfügung – ging es mir durch den Kopf. Als nächstes durfte mein 70-200 f/4 mal an die analoge Canon. So entstanden die Aufnahmen 8 und 11. Die Aufnahmen 9 und 10 sind ähnlich der Aufnahme 11 und 12 ähnlich der 8. Ich war gedanklich wohl wieder digital unterwegs. Klick – Klick – Klick.

Büsum Molenfeuer - Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 70-200mm f/4 | Ilford FP4
Büsum Molenfeuer – Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 70-200mm f/4 | Ilford FP4
Büsum Schleuse - Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 70-200mm f/4 | Ilford FP4
Büsum Schleuse – Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 70-200mm f/4 | Ilford FP4

Das sollte es für den ersten Tag auch gewesen sein. Die ersten 12 Aufnahmen waren im Kasten und die Quote war erfüllt. Noch 2 Tage mit je 12 und die 36 wären geschafft.

Büsum Hafen

Nach dem Frühstück ging es gleich wieder Richtung Meer. Wer schon mal in Büsum war, wird sicher verstehen, warum ich nicht schreibe an den Strand. Ich hatte beschlossen, den ganzen digitalen Kram in der Ferienwohnung zu lassen und nur die EOS 5 mit dem f/1.8 50mm mitzunehmen. Wer will schon mit X-kilo Technik auf dem Rücken durchs Watt wandern. Das Wetter spielte nicht so richtig mit. Es war sehr diesig und die Sicht auch nicht berauschend. So entstanden an diesem Morgen nur zwei Fotos. Nach einem wärmenden Kaffee machten wir uns auf den Weg Richtung Hafen.

Im Hafen, mit den vielen Fischerbooten, bieten sich unzählige Motive. Mit dem Lichtstarken 50mm f/1.8 lässt sich gut mit der Schärfentiefe spielen. Neben dem Gewicht ein weiterer Grund, warum ich mich für das 50er entschieden hatte.

Büsumer Krabben

Persil. Da weiß man, was man hat.

Wer – von den ganz jungen mal abgesehen – kennt diesen Werbeslogan aus dem Jahr 1973 nicht. Die Erinnerung an den Slogan und den Persil-Mann aus dem TV Spot ist sofort präsent, wenn man im Hafen von Büsum die Persil-Uhr sieht. 1922 startete die Werbekampagne mit der „Dame in weiß“, die auf jeder Persil-Packung, Plakaten und den, für die Zeit üblichen, Blechschildern zu sehen war. Auch wenn die Persil-Uhr nostalgisch aussieht, ist sie doch nur eine Nachbildung, die seit 1998 am Ankerplatz in Büsum steht. Mit dem Leuchtturm im Hintergrund ist die Uhr ein Muss für ein analoges schwarzweiß Foto 🙂

Persiluhr in Büsum - Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 50mm f/1.8 STM | Ilford FP4
Persiluhr in Büsum – Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 50mm f/1.8 STM | Ilford FP4

Abstecher nach St. Peter Ording

Sonntag ist Abreisetag. Nach dem Frühstück und dem Räumen der Ferienwohnung beschlossen wir noch einen Abstecher nach St. Peter Ording zu machen. Der breite Sandstrand mit seinen Pfahlbauten ist immer einen Besuch wert. Das Wetter war gut und die letzten Aufnahmen schnell im Kasten.

DLRG Station Sankt Peter-Ording - Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 50mm f/1.8 STM | Ilford FP4
DLRG Station Sankt Peter-Ording – Aufgenommen mit Canon EOS5 | EF 50mm f/1.8 STM | Ilford FP4

Kleines Fazit

Das analoge Fotografieren geht mit der Canon EOS 5 leichter von der Hand als mit den Mittelformat-Kameras. Dies hat aus meiner Sicht zwei Gründe. Der erste und meines Erachtens entscheidende Grund ist die eingebaute Belichtungsmessung. Der zweite Grund ist das bekannte Handling einer DSLR. Ich arbeite z.B. gern mit der Zeitautomatik. Bei meinen Mittelformat-Kameras muss die Belichtungszeit mit einem externen Belichtungsmesser oder durch Schätzen – Sunny Sixteen – ermittelt werden. Hinzu kommt noch die spiegelverkehrte Sicht durch den Lichtschacht. Also ohne ganz viel Übung ist da nichts mit Point and Shoot. Somit macht einem die Canon EOS 5 das analoge Leben um einiges leichter. Und wer wie ich eh schon eine digitale Canon mit sich rumschleppt, den belastet das leichte EOS 5 Gehäuse auch nicht sonderlich.

Der entwickelte 35mm Ilford FP4 Plus
Der entwickelte 35mm ILFORD FP4 Plus ISO 125

Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Canon_EOS_5
https://de.wikipedia.org/wiki/EF-Bajonett
https://de.wikipedia.org/wiki/FD-Bajonett
https://en.wikipedia.org/wiki/Canon_FD_lens_mount
https://en.wikipedia.org/wiki/Canon_EF_lens_mount
https://global.canon/en/c-museum/product/film159.html
http://www.mir.com.my/rb/photography/hardwares/classics/eos/eoscamera/EOS5A2EQD/
http://www.mir.com.my/rb/photography/hardwares/classics/eos/eoscamera/EOS5A2EQD/index1.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/Canon-EOS-Analogkameras
https://reisebuch.de/wechselkurse/japan.html
https://www.persil.de/de/startseite/alles-ueber-persil/die-historie-von-persil.cky.html
https://www.dithmarschen-wiki.de/Persil_Uhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.