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AIDAluna im Eidfjord aufgenommen mit Hasselblad 55CM

Mit der Hasselblad 500CM auf Kreuzfahrt

Nachdem ich die Lichtdichtung am Magazin meiner Hasselblad 500CM repariert hatte, sollte die Kamera dann auch gleich mal mit in den Urlaub. Gebucht war eine mehrtägige Kreuzfahrt mit der AIDAluna …

Hasselblad 500 C/M

Manchmal muss es eine Hasselblad 500CM sein

Über die Hasselblad 500CM ist eigentlich schon alles gesagt. Die vollmechanische 6×6 Mittelformat-Kamera wurde von 1970–1994 gebaut und ist eine der Stilikonen in  analogen Fotografie. Seit ich mich mit der analogen Fotografie …

Lipca Rollop Automatic

Lipca Rollop Automatic – Verklebter Verschluss

Alte Kameras haben so ihr Eigenleben und wenn man sich nicht ständig um sie kümmert und  bespaßt, machen sie auf beleidigt und stellen ihren Dienst ein. Meine Lipca Rollop Automatic …

Mamiya M645 1000s

Meine neue alte Mamiya M645 1000s

Was wäre Analogfotografie ohne den Klassiker des Mittelformats. Die Mamiya M645 1000s wurde von 1976 bis 1990 bebaut. Die Kamera ist der Nachfolger der M645 die von 1975 bis 1978 …

Rolleiflex - sticky shutter - Reparatur

Rolleiflex 3.5C – Reparatur eines verklebten Verschlusses – sticky shutter

Wie in meinem Blogpost „FarblosFoto goes analog“ berichtet, habe ich günstig eine alte Rolleiflex 3.5C (K4C Xenotar) erstanden. Von diesem Modell wurden, von 1955 bis 1959, 17.000 Stück gebaut. Wie ich …

Hafenkran Billhafen analogfotografie

Schwarzweiss Film selbst entwickeln

Wie in meinem Beitrag „FarblosFoto goes analog“ geschrieben, hatte ich meinen ersten schwarzweiss Film noch bei den Profis entwickeln lassen. Ich wollte sehen, ob die alte Lipca Rollop 2.8 Automatic …

Lipca Rollop Automatic 2.8

FarblosFoto goes analog

Wie auf der Seite „über mich“ erwähnt, gehöre ich zu der Altersgruppe, welche mit der analog Fotografie die ersten Gehversuche gemacht haben. Damals natürlich im Kleinbildformat. Mittelformat war irgendwie die Königsklasse. …

 

In Zeiten von HDR, Color Lookups, Teiltonung und dem Streben nach immer mehr Dynamikumfang werden Fotos immer bunter. Man ist beeindruckt von Sonnenuntergängen mit knalligen Farben und Aufnahmen der Milchstraße an Orten, wo man diese mit bloßem Auge nicht mal vermuten würde.

Mir stellt sich immer die Frage, ist das alles noch echt oder nur noch Photoshop? Oft kommen mir da Zweifel. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr gilt für mich: Traue keinem Foto.

Besonders aufgefallen ist mir dies bei der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg. Ich stand da mit sehr vielen Hobbyfotografen, die wie ich auf den Beginn der Lichtshow warteten. Manchmal ist Fotografieren wie Angeln. Es wird das Equipment aufgebaut und dann wird gewartet. Gewartet auf den richtigen Moment, den Auslöser zu betätigen, um das perfekte Foto zu schießen oder eben den dicksten Fisch zu fangen.

Wie das beim Rumstehen und Warten so ist, man kommt ins Gespräch über Kameras, Objektive und Technik und ist plötzlich voll dabei. Nikon, Canon, Sony, Olympus. APSC, Micro Four Thirds oder Vollformat? Viele Meinungen und Argumente für oder gegen das eine oder andere. Habe mir sagen lassen, der Kauf einer richtigen Angel soll auch nicht so einfach sein.

Fotografen am Eröffnungstag der Elbphilharmonie

Mittlerweile war eine gute Stunde vergangen und ein für Hamburg typischer Regenschauer war über uns hinweg gezogen. So wirklich hatte noch keiner ein Foto gemacht, denn letztendlich warteten wir alle auf die Lichtershow oder wie es offiziell hieß, die Illumination der Elbphilharmonie, die für 20 Uhr angesetzt war. Nur für’s Protokoll, die Plätze in der ersten Reihe waren bereits ab 18 Uhr vergeben. Somit hatten wir alle viel Zeit, um weiter zu fachsimpeln. Lightroom, Capture One, Darktable, Photoshop und natürlich RAW. Viele verschiedene Ansätze auf der Suche nach dem heiligen Graal der Fotografie.

Etwas verwundert war ich dann doch über einen Fotografen, der sich dahingehend äußerte, dass man das alles nicht braucht. Er fotografiere in JPG out of cam und würde nur in den seltensten Fällen nachträglich noch Hand anlegen. Seine 5DMIII wäre durchaus in der Lage, gute Fotos zu machen. Schließlich ginge es doch um Fotografie und nicht um post processing. Es ginge beim Fotografieren darum, eine Szenerie, so wie sie ist, festzuhalten und nicht darum nachträglich mit Software ein Kunstwerk zu erschaffen. Ich musste zwangsläufig wieder ans Angeln denken und die Diskussion über die richtige Zubereitung des Fangs.

Endlich war es soweit. Die Illumination begann und die Kameras klickten. Keine Zeit mehr darüber nachzudenken. Kleine Blende, große Blende, Langzeitbelichtung, Belichtungsreihe und ISO-Geschraube. Alles ausnutzen, was die Technik hergibt. Wird schon das eine oder andere brauchbare Foto dabei sein. Mittlerweile war es 22 Uhr, ich völlig durchnässt und durchgefroren. Hamburg im Januar. Die Fotos waren im Kasten und so verabschiedete ich mich von den ganz Harten, die noch bis zum Ende durchhalten wollten.

Am darauf folgenden Tag sichtete ich meine Ausbeute und jagte alle Fotos durch Lightroom. Was für eine Arbeit. Hunderte Fotos von der selben Location und am Ende bleiben 3 bis 5 gute über. Hatte sich gelohnt, vier Stunden im Regen die Beine in den Bauch zu stehen. Elbphi Eröffnung ist nur einmal, ich war dabei und das kommt nicht wieder.

Mal sehen, was in den bekannten Fotoportalen im Netz so an Fotos vom gestrigen Tag zu finden ist. Je mehr Fotos ich sah, desto nachdenklicher wurde ich. Viele tolle Fotos. Mit Wolkenzeichnung im dunkelblauem Abendhimmel, Spiegelungen der Elbphilharmonie in der Elbe und Laserstrahlen im Himmel, wie man sie eigentlich nur aus der vernebelten Diskothek kennt.  Ich erkannte, dass viele Fotos von der annähernd gleichen Position wie meine gemacht wurden aber so gar nichts mit meinen zu tun hatten. Hatte nur ich den wolkenverhangen Himmel und wieso sehe ich auf meinen Fotos keine Spiegelung der Elbphi im Wasser? Zwangsläufig musste ich an die Worte des out of cam Fotografen denken. Post Processing – Kunst.

Um es klar zu sagen, ich finde viele dieser Fotos richtig gut und die haben auch von mir ein Like verdient und bekommen. Es sind einfach klasse Arbeiten. Respekt!

Ich bin jedoch  kein Photoshop-Künstler und mein Kunstverständnis geht gegen Null. Vor diesem Hintergrund habe ich mich entschlossen, das Photoshop-Spiel nicht mitzuspielen. Okay, kleine Korrekturen in LR sind erlaubt aber eigentlich möchte ich Fotos machen, die zeigen wie es war und nicht, wie es in meiner Phantasie ausgesehen haben könnte. Um aber beim Betrachter meiner Fotos die Phantasie aufrecht zu erhalten, habe ich mich entschieden auch die Farbe aus dem Spiel zu nehmen. Schwarzweiß-Fotografie kann auch ihren Charme haben und ist auch irgendwie eine Art von Kunst. So ist die Idee von FarblosFoto entstanden.
Der Angler würde jetzt wohl sagen – Die Kunst des Räucherns.

Wenn ihr die Seite nicht ganz schrecklich findet, wäre ein „gefällt mir“ bei Facebook, oder der eine oder andere Kommentar zu den Beiträgen, ein gutes Feedback für mich. Danke 🙂